Das Niksen – ein neuer Entspannungstrend aus den Niederlanden

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Das Niksen – ein neuer Entspannungstrend aus den Niederlanden

Mit einer gewissen Regelmäßigkeit schwappen in den letzten Jahren neue Lifestyle-Trends aus ganz Europa zu uns nach Deutschland herüber. Aus Schottland kam „Coorie“, ein Lebensstil, der Entschleunigung, Gemütlichkeit und Naturerlebnis harmonisch in Einklang bringt, zu uns. Die Schweden haben uns gezeigt, dass wir mit Hilfe von „Lagom“ zu mehr Entspannung und Ausgeglichenheit kommen können, und kuschelige, dänische „Hygge“-Abende erfreuen sich weiterhin auch hier in Deutschland großer Beliebtheit. Aus den Niederlanden kommt jetzt das neuste Lifestyle-Konzept, von dem wir denken, dass es dem einen oder anderen Bundesbürger zu mehr Entspannung und Gelassenheit verhelfen kann: Es nennt sich „Niksen“ und ist so einfach wie effektiv. „Niksen“ heißt ins Deutsche übersetzt „nichts tun“. Das klingt jetzt vielleicht erstmal nach wenig, regelmäßig angewandt kann das Nichtstun jedoch Stresshormone abbauen und zu mehr innerer Zufriedenheit führen.

In vielen Ländern hat der Müßiggang immer noch einen äußerst schlechten Ruf. In unseren auf maximale Produktivität ausgelegten Gesellschaften kommen wir teilweise kaum noch zum Durchschnaufen und hetzten von Termin zu Termin. Ein Faulenzer wird nur selten als vollwertiges Mitglied der Gemeinschaft angesehen. Dies führt dazu, dass immer mehr Menschen unter Stresssymptomen leiden und der Burnout zur Volkskrankheit geworden ist.

                                                                      

In den Niederlanden versucht man aus diesem Grund, das regelmäßige Faulenzen gesellschaftsfähig zu machen und als Teil des Alltags zu etablieren. Jogging, Meditation und Yoga können stark zur Entspannung und zu unserem allgemeinen Wohlbefinden beitragen, doch manchmal, davon sind Wissenschaftler wie der Niederländer Professor Ruut Veenhoven überzeugt, darf es gerne auch noch ein bisschen weniger sein. Sich einfach mal auf den Rücken legen und an die Decke starren, sich im Wald auf einen Baumstamm setzen und wirklich nichts tun oder aus dem Fenster gucken und die Wolken beobachten, all dies kann sowohl kurz- als auch langfristig weniger „nutzlos“ sein, als man zuerst meinen könnte. Denn in der Burnout-Therapie werden in den Niederlanden durch das „Niksen“ seit Jahren nachweislich Erfolge erzielt. Der Kognitionswissenschaftler und Buchautor Andrew Smart geht davon aus, dass wir beim Nichtstun in eine Art Autopilot schalten und der Körper sich ganz automatisch genau das hole, was er gerade am nötigsten brauche. Also: Schluss mit der ständigen Selbstoptimierung, es lebe der Müßiggang!

Und für wen sich das jetzt alles ein bisschen zu unproduktiv und eventuell sogar zu langweilig anhört, der sollte nicht vergessen, dass wir beim Nichtstun oder bei simplen Tätigkeiten wie dem Duschen häufig wie „aus dem Nichts“ auf die besten Ideen kommen. Diese dürfen dann nach der Zeit des Müßiggangs natürlich gerne zielstrebig und voller Elan in die Tat umgesetzt werden.

 

Foto 1 von Katie Barrett on Unsplash / Foto 2, 3 von Idella Maeland & Sid Leigh on Unsplash

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