Unser Buchtipp für Vogelliebhaber: „Die Genies der Lüfte. Die erstaunlichen Talente der Vögel.“

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Unser Buchtipp für Vogelliebhaber: „Die Genies der Lüfte. Die erstaunlichen Talente der Vögel.“

Die Tage werden zunehmend kürzer, und draußen wird es kälter und kälter, genau der richtige Zeitpunkt also, um es sich mit einer heißen Tasse Tee, einer kuscheligen Decke und einem guten Buch auf dem Sofa gemütlich zu machen. Dazu passend haben wir heute einen Buchtipp für Euch parat, der auch ein tolles Weihnachtsgeschenk abgibt. Worte und Sätze wie: Spatzenhirn, Schnapsdrossel und „Du hast doch eine Meise!“ haben die Wissenschaftsjournalistin Jennifer Ackerman schon immer gestört, denn für die passionierte Vogelbeobachterin waren unsere gefiederten Freunde immer gänzlich positiv besetzt, und darüber hinaus empfand sie deren Verhalten zumeist als äußerst intelligent. In ihrem Buch „Die Genies der Lüfte. Die erstaunlichen Talente der Vögel.“, welches im Rowohlt Verlag erschienen ist, will die US-Amerikanerin daher den Beweis antreten, dass Vögel ganz und gar nicht dumm seien, und es sich bei ihnen in vielerlei Hinsicht sogar um kleine Genies handele – was beispielsweise ihre im Vergleich zu anderen Tierarten außergewöhnliche Anpassungsfähigkeit an die unterschiedlichsten Umgebungen zeigt.

Mit dieser Meinung ist Jennifer Ackerman schon lange nicht mehr allein. Galten Vögel bis in die zweite Hälfte des 20. Jahrhundert wegen ihrer eher kleinen Gehirne als kognitiv wenig leistungsfähig, so hat sich diese Meinung in den letzten Jahrzehnten deutlich geändert. Forscher haben nämlich herausgefunden, dass sich die Hirnleistungen bestimmter Vogelarten durchaus mit denen der als besonders intelligent geltenden Primaten vergleichen lassen. Zwar funktioniert ein Vogelgehirn deutlich anders als zum Beispiel das menschliche und ist auch anders aufgebaut, trotzdem lassen sich in Gehirnen von Vögeln multiple neuronale Bewegungen messen, was ihre teilweise beeindruckende Lernfähigkeit erklärbar macht.

Bereits in den 1980er Jahren machte beispielsweise der Graupapagei Alex auf sich aufmerksam: Er beherrschte mehrere Hundert englische Worte und war in der Lage, Formen und Gegenstände zuzuordnen sowie rudimentäre Rechenaufgaben zu lösen. Fast noch beeindruckender ist der Fall einiger Krähen aus Neukaledonien, einer Insel im Südpazifik, aus den 1990er Jahren: Eines der Tiere, welches von einem Team von Wissenschaftler auf den Namen Betty getauft wurde, konnte, um an schwer zugängliche Nahrung zu gelangen, aus einem Stück Draht einen Haken formen und mit diesem nach den Leckereien angeln. Jennifer Ackerman verweist außerdem darauf, dass viele Zugvögel ein mehrere Tausend Kilometer entferntes Ziel erreichen können, ohne sich unterwegs zu verfliegen. Darüber hinaus sind einige Vogelarten in der Lage, gesammelte Nahrung zu verstecken und diese Monate später noch wiederzufinden. Gar nicht so dumm, oder?

„Die Genies der Lüfte. Die erstaunlichen Talente der Vögel.“ ist voll von tollen kleinen Anekdoten, wie die von den Blaumeisen in einer englischen Kleinstadt, welche erst lernen, Milchflaschen mit ihren Schnäbeln zu öffnen, und die dann ihr Wissen an ihre in der Umgebung lebenden Artgenossen weitergeben. Jennifer Ackerman gelingt es, ihre Leser durch eine sehr klare und bildhafte Sprache auch in den wissenschaftlichen Passagen des Buches nie zu verwirren oder zu langweilen. Die vielen persönlichen Erlebnisberichte aus dem Leben der Vogelbeobachterin verleihen dem Buch einen geradezu romanhaften Charakter und lassen die große Begeisterung der Autorin für die Vogelwelt spürbar werden. So möchte man im Anschluß an die Lektüre dann auch am liebsten sofort selbst in den Wald oder in den Garten laufen, um dort die kleinen Intelligenzbestien ausgiebig zu bestaunen.

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